Goldschmiede S&W Groh

 

Sybille & Wolfgang Groh

Bergstraße 12

88690 Uhldingen-Mühlhofen (Unteruhldingen)

Tel.: 07556-26 19 144

email: info@goldschmiede-groh.de

 

Termine gerne nach Vereinbarung

Förderverein des Kunsthandwerks Baden-Württemberg e.V.

Sybille Groh

Bergstrasse 12

88690 Uhldingen-Mühlhofen

Liebe Mitglieder und Freunde des Kunsthandwerks                      Dezember 2017

 

 

 

Heute möchte ich Ihnen noch ein letztes Mal berichten über den Förderverein des Kunsthandwerks Baden-Württemberg, den sie so viele Jahre treu unterstützt haben. Im neuen Jahr wird sich der neue Vorstand bei ihnen melden, es sind drei Frauen mit viel Herzblut für das Kunsthandwerk und sie verstehen ihr Handwerk, sind sie doch wie ich, auch Kunsthandwerkerinnen. Sie kennen die Nöte und können professionell bei der Auswahl/Wahl der Förderpreisträger mitwirken.

 

Heute möchte ich einfach einmal einen Rückblick auf viele Jahre Vorsitz berichten, es gab einfach so viele wundervolle Momente, das man sich gerne noch einmal daran erinnern mag! Seit 1992/93 bin ich selbst Mitglied und seit 1998 habe ich den Vorsitz. Also war Frau Munz, Keramikerin, die erste Kunsthandwerkerin, die ich auszeichnen durfte! Ich kann mich noch heute gut daran erinnern, wie aufgeregt ich war. Alles war neu und für mich unbekannt! Der Staatspreis wird vor meiner Ankunft vorgenommen, aber als ich ankam waren die sieben Juroren sich überhaupt nicht einig! In diese Diskussion kam ich sehr unvorbereitet hinein, schaute mir aber erst einmal in Ruhe die für den Förderpreis in Frage kommenden Werke an. Es wurde dann sehr laut, zu meinem Glück hat sich dann Dr. Y (er heißt wirklich so) mit mir auf einen Rundweg durch die ausgestellten Exponate gemacht. In Ruhe und mit Sachverstand (er war damals Konservator im Württembergischen Landesmuseum) haben wir uns dann ausgetauscht und das Ergebnis der restlichen Jury mitgeteilt und zwar nicht als Diskussionsgrundlage, sondern als Feststellung! Viele erstaunte Gesichter blickten uns an.

 

Im Jahr 2000 wurde der Preis geteilt für zwei Preisträgerinnen. Es wurde Frau Ohnmacht mit ihren tollen Schmuckverpackungen (sie nennt es Schmuckbehausungen), sie hat danach dann auch verschiedene Lehraufträge bekommen Fachhochschulen! Ein schöner Werdegang! Die zweite Preisträgerin war Birgit Metzger mit ihrem traumhaften Kopfschmuck. Ich kann mich erinnern, dass sie das Preisgeld für einen Austausch mit Filz Kunsthandwerker in Russland verwenden wollte. Sie hat einen Laden in Esslingen, stattet Modenschauen aus, arbeitet für das Theater und hat in der „ Fernsehsoap“ Marienhof mitgewirkt. Chapeau kann man da nur sagen. 2002 bekam sie den Staatspreis!!

 

Im Jahre 2002 bekam den Preis Stephanie Jendis für ihren ausgefallenen Schmuck. Bei ihr beginnt Schmuck beim Orten der Materialien. Etwas, was ich gut kenne und verstehen kann. Sie hat danach viele Ausstellungen bekommen, war Gastdozentin an einer Fachhochschule. Sie hat auch ein Stipendium aus dem Fond für bildende Künstler (Amsterdam NL) bekommen. Im Jahr 2007 eröffnete sie ihr eigenes Ladenatelier „Einzelstück“ in Berlin. Auch hier ein toller Werdegang!

Nun kommt das Jahr 2004, den Preis bekam Yeonkyung Kim mit Broschen und Ringen mit ungewöhnlicher Handschrift. Er ist heute bei renommierten Juwelieren zu finden und ist auf viele Ausstellungen zu finden. Eine schöne Weiterentwicklung! Jetzt kommt das Jahr 2006. Corinna Dolderer hat den Preis für ihre Diplomarbeit, Schalen und Schmuck aus Silber und Glas, wie auch Glas und Porzellan bekommen. Sie hat eine Technik entwickelt, die beide Materialen verbindet. In Erinnerung ist mir das Telefongespräch, als ich ihr am Telefon von ihrem Preis berichtete. Sie hat im ersten Moment nur mit Luft gerungen, ich befahl ihr dann sich hinzusetzen und erst einmal tief Luft zu holen. Sie berichtete mir dann überschwänglich, dass sie sich mit dem Geld die nötige Ausrüstung kaufen kann um an der Technik weiter arbeiten zu können. Bei der Eröffnung der Ausstellung des Staatspreises hat sie zwei ihrer Schalen erfolgreich verkauft! Heute hat sie mit einer Kollegin ein Laden/Atelier in Ravensburg. Auch hier herzlichen Glückwunsch zu dieser Entwicklung.

 

Genau das Gegenteil war 2008. Herr Besenfelder bekam den Preis für seine ungewöhnlich großen und hohen Edelstahl Vasen bekommen. Auch da durfte ich telefonisch den Preis bekannt geben. Aber erst einmal hörte ich nichts, ich musste nachfragen, ob er mich gehört habe? Eine echt schwäbische Antwort wurde mir dann zuteil: Danke, das kann ich gut gebrauchen! Er war momentan gerade im Umbau eines alten Gebäudes, in dem er seine Schmiede hat, dafür wollte er es verwenden! Das Landesmuseum Württemberg in Stuttgart hat 2013 einen Ankauf bei ihm gemacht! Seit diesen beiden Gesprächen erkläre ich gerne damit die Unterschiede zwischen Badenern und Schwaben!!! Was natürlich nichts mit den tollen Arbeiten zu tun hat!

 

Christiane Köhne bekam den Preis 2010 für experimentierfreudigen Schmuck. Sie hat mit vielen Materialien gespielt und eigenwilliges gestaltet. Sie bekam anschließend ein Stipendium das sich „Pforzheim revisited“ nennt, im deutschen Technikmuseum Berlin, mit der Unterstützung der Firma C. Hafner. Dort hat sie sich mit der alten Technik des Guillochierens beschäftigt und in einem Blog regelmäßig berichtet. Gleichzeitig beschäftigt sie sich auch mit Malerei, beides läuft nebeneinander. Auch hat sie einen Lehrauftrag für freies Zeichnen an einer Hochschule bekommen. Aktuell hat sie mit zwei Gleichgesinnten ein Ladengeschäft „Kabinett“ im Herzen Stuttgarts. Eine fantastische Entwicklung!

Es folgt 2012, dieses Mal wurde der Förderpreis an Matthias Vickermann, von Vickermann & Stoya vergeben. Auch an diesen Anruf erinnere ich mich gut und gerne. Nach großer Freude von Seiten Herr Vickermanns, teilte er mit, diesen Preis unter seinen Angestellten zu verteilen und wurde auch Mitglied im Förderverein. Zum ersten Mal mit einmalig gearbeiteten Schuhen mit toller Ausstrahlung und staunenden Besuchern vor der Vitrine. Ich weiß nicht, wie oft Herr Vickermann nach dem Preis gefragt wurde. Geduldig erklärte er, dass jeder Schuh ein Unikat für gerade „diesen“ Fuß ist und sich durch verschiedene Möglichkeiten und Aufwand nicht so aus dem Ärmel zu schütteln sei. Sehr beeindruckend! Ihr Geschäft befindet sich in Baden-Baden. Viele Ausstellungen und Besuchergruppen, wie auch Fernsehauftritte folgten. Eine tolle Karriere!

 

Das Jahr 2014 war das Jahr in dem Nora Rochel den Förderpreis bekam. Sie überzeugte durch die Bandbreite, die sich in drei Halsketten zeigt. Traditionale florale Motive die sie mit freien abstrakten Formen verbindet. Sie zaubert Gärten an Fingern und um den Hals. Sie hat danach bei vielen Ausstellungen ihre Arbeiten gezeigt, auch arbeitet sie mit Porzellan, aus dem sie Vasen herstellt und außerdem beschäftigt sie sich mit Illustrationen. In Karlsruhe habe ich sie bei der Ausstellung 2017 in #„Waldschwarzschön“ gesehen, wo ein Ankauf von ihr, noch bis Januar 2018 zu sehen ist. Auch wieder ein stetiges Weiterentwickeln, das macht Spaß. Das war übrigens das letzte Mal, dass man einen Katalog bekam, in dem alle Kunsthandwerker mit ihren Arbeiten zu sehen war. Schade, sie immer einmal wieder durch zu blättern, hat viel Freude gemacht.

 

Die letze Verleihung fand 2016 statt, dieses Mal wurde der Preis wieder geteilt. Die Goldschmiedin Kati Mussgay und die Textildesignerinnen Eva Schlechte und Jennifer Hier. Kati Mussggay überzeugte mit ihren Arbeiten an Hand von drei Colliers. Da spielt sie mit originellen und witzigen Materialcollagen, immer mit einem Augenzwinkern, Erinnerungen an den Schwarzwald und „Schwarz-Rot-Gold“ ist Heimat, Verbundenheit. Das Alles wird geschickt und modern interpretiert.

Mit ihrem Textilprojekt „dandelion“ nutzen Eva Schlechte und Jennifer Hier, die färbenden Eigenschaften von Löwenzahn. Mit Hilfe von selbst erzeugten Druckpasten ist eine Serie von Tüchern Entstanden, die sich auf Blüte, Blatt und Wurzel des Löwenzahns beziehen.

 

Bei einem Charity Workshop in Jordanien gab das Duo den Frauen einer Papierwerkstatt neue Impulse. Entstanden ist eine Serie duftender bunter Papierschalen, gestaltet mit heimischen Gewürzen und Pflanzen Jordaniens. Auf die weiteren Auftritte dieser drei Damen darf man gespannt sein.

 

Nächstes Jahr werde ich das letzte Mal bei der Preisverleihung öffentlich auftreten, es ist längst an der Zeit, diese Aufgaben an junge, frische, engagierte weiterzugeben. Gefunden haben sich:

 

Barbara Frank                     als 1. Vorsitzende

Angela Munz                       als 2. Vorsitzende

 Elisabeth Müller-Quade     als Kassiererin

 

Ich bin diesen Dreien sehr dankbar und froh, dass sich Kunsthandwerkerinnen mit viel Sachverstand und Engagement bereit erklärt haben den Förderverein weiter zu führen und weiter zu entwickeln. Mein Mann, wie auch ich müssen einfach kürzer treten, das hat uns das letzte und dieses Jahr deutlich vor Augen geführt. Dieses Jahr ist kein Mitgliedsbeitrag eingezogen worden, hiermit möchte ich sie aber bitten den Verein mit einer Spende zu bedenken. Wie sie aus meinen Ausführungen oben sehen konnten, ist das für die Förderpreisträger ein Ansporn, wie auch ein „Türöffner“ für die verschiedensten Träume und Projekte. Bedanken möchte ich mich bei ihnen für ihre langjährige Unterstützung. Vieles ist damit erreicht worden.

 

Alles Gute wünscht Sybille Groh

 

 

Anbei die neuen Bankdaten:

  • Förderverein Barbara Frank
  • DE07 6619 0000 0010 5017 84